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Übersicht Network Marketing

Was ist Network Marketing?

Network Marketing ( oder Multilevel Marketing bzw. MLM ) ist eine Form des Direktvertriebs von Produkten über ein Netz selbständiger Vertragshändler direkt an die Konsumenten. Durch die Umgehung des Gross- und Einzelhandels können Produkte zu besonders günstigen Preisen abgegeben werden, was die oft auch besonders hochwertigen Produkte für die Konsumenten sehr interessant macht. Der Networker profitiert einerseits von den Verkaufserlösen, erhält aber auch die Möglichkeit, durch Anwerbung weiterer Vertriebspartner selbst eine Gruppe oder Organisation aufzubauen, an deren Umsätzen er dann in Form von Boni partizipiert. Auch die angeworbenen Partner haben dieselben Möglichkeiten. Durch Duplizierung der eigenen Tätigkeit auf angeworbene Partner entsteht ein Netzwerk selbständig arbeitender Personen.

Besonders attraktiv ist ein Unternehmen, das ein Bonussystem bietet, welches weit in die Tiefe reicht. Hier erstreckt sich der Umsatzbonus auch auf Strukturen, die nicht mehr direkt, sondern von einem nachfolgenden Networker gesponsert wurden. Das Einkommen potenziert sich mit dem Anwachsen der Struktur, ohne Mehraufwand an eigener Leistung. Je erfolgreicher die aufgebauten Strukturen sind, desto höher wird das Einkommen. Ein seriös arbeitender Networker wird also danach streben, seine geworbenen Partner zu unterstützen, denn je erfolgreicher diese werden, um so höher wird auch sein Einkommen. Je nach Konzept bieten die einzelnen Unternehmen ihren Partnern recht unterschiedliche Produkte und Konditionen. Wer schnelles Geld ohne Einsatz verspricht, ist jedoch mit grösster Vorsicht zu geniessen, denn auch in diesem Bereich gibt es Schwarze Schafe.

Es existieren in Deutschland bereits einige gut florierende Unternehmen aus dem Network Marketing -Bereich, jedoch steckt diese neue Vertriebsform bei uns mit einem derzeit geringen Marktanteil von unter 5% noch in den Kinderschuhen, während in den USA und einigen asiatischen Ländern bereits Marktanteile von 12 - 20% durchaus üblich sind. Hier liegt die Chance, sich ohne grosse Startinvestitionen und mit geringen Mitteln, aber selbständiger und engagierter Arbeit einen Neben- oder gar Hauptverdienst aufzubauen. Voraussetzung sind Team- und Lernfähigkeit und die Bereitschaft, eigenverantwortlich am eigenen Erfolg zu arbeiten.

Genauso, wie sich nicht jeder Verkäufer mit jedem Produkt wohl fühlt, verbinden auch Networker ihre persönlichen Voraussetzungen, Kriterien, Ziele und Interessen... mit den Angeboten der Branche und suchen sich das für sie persönliche Geschäft aus dem Angebot aus. So sollte es im Idealfall jedenfalls sein.

Das grösste Problem sind die wirklichen Abzocker, die mit illegalen Methoden arbeiten, sich selbst ebenfalls Network Marketing nennen, aber nichts als Schneeballsysteme betreiben, die z. T. gut getarnt sind. So ist eben leider nicht klar erkennbar, wo legal und wo illegal gearbeitet wird. Leidtragende sind einmal die seriösen Networker, die pauschal mit kriminalisiert werden und zum anderen diejenigen, die zwar verstanden haben, dass MLM ein Weg ist, dann aber auf die falschen Methoden hereinfallen und so z. T. viel Geld verlieren, was bei einer besseren Aufklärung vermeidbar wäre.

Wie es verschiedene Arten von Verkäufern oder Handwerkern gibt, gibt es auch verschiedene Arten der Selbständigkeit. Network Marketing bietet halt eine einfachere Form und baut auf dem Prinzip des Franchising auf, das auch niemand als "Scheinselbständigkeit" bezeichnet, das aber durch meist hohe Lizenzgebühren und Investitionen für das erforderliche
Equipment (Ladengeschäft, Ausstattung, Fahrzeug/e, Kleidung, Fixkosten, Personalkosten...) nur für jemand mit dem nötigen Anfangskapital erschwinglich ist. Prof. Zacharias von der Fachhochschule Worms, der sich wissenschaftlich mit der Branche auseinandersetzt, bezeichnet Network Marketing als "Franchising des Kleinen Mannes". Es werden Elemente aus verschiedenen Bereichen entliehen, auch aus dem des Handelsvertreters. So ist ein Networker zwar durch einige Unterschiede kein Handelsvertreter, gehört rechtlich dennoch in diese Sparte, was sich vor allem in einschlägigen Urteilen niederschlägt, wenn es denn mal zu Prozessen innerhalb der Branche kommt.

Es ist auch keine Abzocke (wie manche fälschlicherweise behaupten), wenn Provisionen über mehrere Ebenen verteilt werden, denn dadurch entsteht erst die Möglichkeit, sich auch selbst eine Konstellation erarbeiten zu können, die profitabler ist, als nur 100% aus den eigenen Verkäufen zu verdienen. Es zahlt hier auch niemand drauf. Man muss sich nur einmal den Aufbau einer MLM-Struktur ansehen, die nur zu ca. 10% aus Personen besteht, die mehr wollen als verkaufen oder manche auch nur günstiger einkaufen (EK-Preise ausnutzen). Verprovisioniert werden Umsätze nach direkt und indirekt (durch eigenes Team) generierten Umsatz, wer die für eine zusätzlich zur Handelsspanne mögliche Umsatzprovision erforderlichen Vorgaben nicht erreicht, hat halt nur seine Handelsspanne, die mit meist zwischen 25% und 45% nicht gerade schlecht dotiert ist. Auch damit kann man einiges verdienen, aber auch diese Umsätze werden verprovisioniert, jedoch geschieht dies in die darüber liegende Struktur für ihre Aufbau- und Betreuungsleistung. Durch den weggefallenen Grosshandel wird ja die Spanne desselben frei und kann in die Struktur verteilt werden, ohne die Spanne der Einzelhändler zu beeinträchtigen, die dadurch nicht schlechter gestellt sind, als im klassischen Direktvertrieb.

Die freigewordene Grosshandelsspanne fliesst also in Aufbau und Betreuung der Struktur, die hier nicht durch das Unternehmen selbst durchgeführt werden, sondern durch die selbständigen Führungskräfte, welche sich hierfür qualifiziert haben.

Sinn des Network Marketing ist also vor allem Einsparung immenser Kosten für Werbung und Produkteinführung, welches komplett und erfolgsorientiert vom Vertrieb selbst durch Empfehlungsmarketing übernommen wird. Hierfür ist eine Aufgabenteilung erforderlich, der durch Spezialisierung der einzelnen Networker auf eben diese Aufgaben Rechnung getragen wird. Nicht jeder Networker verkauft, nicht jeder Networker wirbt und betreut Partner, nicht jeder Networker baut gleich grosse Strukturen auf und betreut diese. Natürlich verdient auch nicht jeder gleich viel für völlig unterschiedliche Arbeiten. Jeder beginnt am gleichen Punkt, sollte möglichst viel über das Geschäft, die Möglichkeiten und die Produkte lernen und kann sich dann allein durch persönliches Engagement die Position erarbeiten, für die er sich durch seine Arbeit qualifiziert. Mit Studium, Diplom oder Meisterbrief kommt man nicht weit, denn diese garantieren keinen Erfolg. Es hat also jeder die gleiche Chance, unabhängig von Vor- und Ausbildung.

Warum nun aber "Selbständigkeit light"? - Ganz klar - Man kann erst einmal hineinschnuppern, ob einem diese Art der Arbeit überhaupt liegt. Man muss nicht erst für Equipment und sonstiges in Vorleistung gehen, um dann vielleicht festzustellen, dass man vielleicht zehntausende Euro in den Sand gesetzt hat. Der nebenberuflich mögliche Einstieg ist der wichtigste Punkt, auch dass man auf Dauer nebenberuflich arbeiten kann, indem man einfach weniger tut als diejenigen, die höhere Ambitionen haben, dann natürlich auch weniger verdient, was ja nicht das Ungerechteste ist. Nicht wenige haben aber nach Wochen, Monaten oder gar Jahren nebenberuflicher Arbeit höhere Ambitionen entdeckt und hatten dann durch natürlich gewachsene Kenntnisse Neueinsteigern gegenüber einiges an Vorteilen. Manche beginnen auch als Kunden und versorgen einfach wie eine Art Sammelbesteller einfach ihre eigene Familie mit durch EK-Preise im Schnitt ca. 30% vergünstigten Produkten, wobei ja noch nicht einmal eine gewerbliche Tätigkeit vorliegt, wofür man zwar eine Berechtigung erlangt hat (durch Vereinbarung), die man aber nicht zwingend auch ausüben muss.

Gewerblich beginnt es dort zu werden, wo man beginnt, einen Kundenkreis aufzubauen oder weitere Partner wirbt, also eine auf Dauer und Gewinn ausgerichtete Tätigkeit tatsächlich ausübt, wofür dann zwar bereits eine Gewerbeanmeldung erforderlich wird, mangels den Freibetrag übersteigendem Reingewinn jedoch keine Steuern zu zahlen sind. Hier genügt die Führung eines Kassenbuchs und das Sammeln von Belegen sowie die jährliche Abgabe einer Einkommensteuererklärung. So verdienen sich viele tausende Menschen monatlich ein Zubrot, finanzieren vielleicht damit einen Zweitwagen, den es bei manchen Geschäften sogar ab einem gewissen Monatsumsatz noch dazu gibt, die jährliche Urlaubsreise, Ferienwohnung, gleichen gestiegene Lebenshaltungskosten (erhöhte Miete) etc. aus, indem sie einfach zusätzlich zum ausgeübten Beruf, über den sie ja sozial abgesichert sind, noch eine einfache und leicht zu erlernende Nebentätigkeit auf selbständiger Basis ausüben. Nur etwa 10% haben höhere Ambitionen, etwa 5% verfolgen ihr Ziel so klar, dass sie auch Führungspositionen erreichen und die gestellten Aufgaben auch erfüllen. Um Faulenzer unter den Werbern nicht über Gebühr zu belohnen, gibt es Qualifikationen für höhere Verdienstmöglichkeiten. Einfach nur Leute fangen und auf deren Kosten reich werden funktioniert also nicht, darf auch nicht funktionieren. 80-90% der Umsätze generieren die "kleinen" (und grösseren) Verkäufer, die allein mit der Handelsspanne gute Verdienstmöglichkeiten haben und je nach Umsatzhöhe auch noch Anspruch auf Provision haben, ganz ihren Leistungen entsprechend und minimalen eigenen Betriebskosten.

© 06.2004 by Norbert Warnke -
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(Jean Paul Getty)